FALCO KREBS GMBH
Im Zuge der europaweit einsetzenden Industrialisierung gewann die Verwendung von Stahl im Bau fortwährend an Bedeutung. Bis zu dieser Zeit wurden die größeren Gebäude mit klassischem Design in massiver Bauweise errichtet – Druckgewicht und Druckfestigkeit der verwendeten Steine waren bei Fassaden die ausschlaggebenden Faktoren, um das komplexe Gefüge ineinandergreifender Werkstücke und Mauerziegel stabil aufzutürmen. Prunkvolle, ausladende Natursteinfassaden mit Balkonen, Erkern und geschmückten Fensterumrahmungen erzwangen die Verwendung größerer und teurer herzustellender Werkstücke. Die Montage dieser oft tonnenschweren Steine war demzufolge kostspielig und mit großen Risiken verbunden.
Der Einsatz von Stahl, meist in Form von Trägern, Klammern oder Halteeisen, ermöglichte den Bau kompliziertester Sonderbauteile für Gebäude mit einem weitaus geringeren Aufwand. Insbesondere bei der Herstellung von Balkonen konnten dadurch sowohl der Einsatz von Stein als auch der Aufwand bei der Montage signifikant verringert werden.
Wo vorher Balkonkonsolen, oft mit einem Gewicht von über 500 kg, tonnenschwere Balkonplatten aus massivem Sandstein trugen, ermöglichten simple Stahlträger nun die Herstellung desselben optischen Endergebnisses zu einem Bruchteil der Kosten.
Die Balkonplatte wurde nun günstig ausbetoniert und meist mit aus Kunststein replizierten Teilen verkleidet, um den Anschein eines behauenen Natursteins zu wecken. Besonders bei den äußerst aufwändig zu montierenden Konsolen konnten jetzt hohle Zierteile gewaltige Vergünstigungen im Vergleich zur alten Bauweise ermöglichen.
Die Stabilität dieser Konstruktionsart hängt jedoch vollkommen von der Tragfähigkeit der verwendeten Stahlträger ab. Nach vielen Jahrzehnten ist diese oft fragwürdig – ein Austausch der Stahlträger ist manchmal nicht zu vermeiden.
Ist dies der Fall, muss auch die Bodenplatte aus Beton abgebrochen werden.
Kommt es später zum Wiederaufbau, müssen zeitgemäße Traglasten gewährleistet werden – d. h. der rekonstruierte Balkon muss das Doppelte an Gewicht tragen können, jedoch die ursprüngliche Form und Position behalten.
Um die für den Wiederaufbau notwendigen, im Vergleich zum Ursprung meist wesentlich erweiterten Stahlkonstruktionen zu ermöglichen, ist es oft von enormem Vorteil, die Balkonplatte als Hohlkonstruktion herzustellen.
Hierbei kann die Oberfläche des Balkons aus Aluminium hergestellt und die für den Denkmalschutz relevante, meist profilierte oder anderweitig verzierte Untersicht aus stahlarmiertem Beton hergestellt werden, der nur wenige Zentimeter dick ist. Die Herstellung dieser Untersichten ist als Beton-Sonderanfertigung zu verstehen und von den jeweiligen Gegebenheiten abhängig: Die erneuerte Stahlkonstruktion, mögliche Einbindetiefen und Mauerwerksstärken sowie die äußere Gestaltung des Balkons und die daraus resultierenden zusätzlichen Belastungen beeinflussen die Beschaffenheit dieser Sonderanfertigung.
Diese speziellen Betonarbeiten können verhältnismäßig kostspielig sein, jedoch oft über Gelingen oder Versagen einer denkmalgerechten Balkonrekonstruktion entscheiden.