Modelleurarbeiten

Verzierungen auf Gebäuden der Jahrhundertwende

Trotz des zur Jahrhundertwende herrschenden Baubooms schenkte man damals der äußeren Gestaltung der Gebäude mehr Aufmerksamkeit als heute. Abgesehen von den Außenfassaden, deren Herstellung verhältnismäßig große Anteile des Gesamtbudgets beanspruchten, wurden auch Eingangsbereiche und, sofern vor dem Gebäude Gartenfläche vorhanden war, die Einfriedungen und Toranlagen passend zum Stil des Hauses und der zeitgenössischen Architektur aufwändig durch Bildhauer- oder Modelleurarbeiten gestaltet.

Insbesondere Eingangsportale, Torpfeiler und Treppenbrüstungen wurden reichlich profiliert gestaltet, oftmals auch mit Figuren verziert oder als ganze Bildhauereinzelstücke hergestellt. Späterer Instandhaltungsaufwand oder aus wirtschaftlicher Sicht betrachtete Sinnhaftigkeit wurden fast außenvorgelassen, je besser ein Wohnhaus gelegen bzw. je repräsentativer ein Gebäude zu sein hatte.

Diese vom technischen Standpunkt aus als unkompliziert einzuordnenden Konstruktionen sind nach mehr als 100 Jahren aber trotzdem oft in einer Art beschädigt, die eine Instandhaltung anspruchsvoll gestaltet.



Schadensbilder der Konstruktionen

Eingangsportale weisen meist starke Verwitterungsschäden durch Regen in den aufwändig profilierten oder bildhauerisch gestalteten Stürzen und im Sockelbereich auch durch aufsteigende Feuchtigkeit auf.

Torpfeiler, insbesondere am stark frequentierten Wohnhaus, sind der ständigen Belastung schwerer, eiserner Tore ausgesetzt. Einfriedungen werden durch Verschiebungen im Erdreich, sei es durch Pflanzenwuchs oder neuzeitliche Straßenbaumaßnahmen, stark in Mitleidenschaft gezogen.

Treppenanlagen können die meist gravierendsten Schadensbilder aufweisen – Ober- und Untergurte sind ohne schützende Blechabdeckungen nach Jahrzehnten Regen besonders anfällig für Schäden. Insbesondere die Eisenklammern, die an den Verbindungspunkten einzelner Stücke eingesetzt wurden, verursachen Rostsprengungen.


Problematik bisheriger Instandsetzung

Die über Jahre meist dilettantisch ausgeführten Reparaturen sind begründet in der Vermeidung des verhältnismäßig großen finanziellen Aufwands, um diese Art von Bauteilen fachmännisch aufzuarbeiten. Treppenanlagen zu demontieren, um alle verwinkelten Profile der Ober- und Untergurte für Modelleurarbeiten zugänglich zu machen oder ganze Eingangstore abzubauen, um Torpfeiler zu ersetzen, sind kostspielige Nebenarbeiten, die durch das wiederholte Verschließen von Rissen, grobem Zuspachteln verwitterter Stellen oder gänzlicher Vernachlässigung an beinahe jedem Gebäude festzustellen sind.



Modelleurarbeiten und Handwerkskunst durch die Falco Krebs GmbH

Bei der Wiederherstellung beschädigter Bauteile können sowohl die Nebenarbeiten als auch die Verwendung neuer Teile vermieden werden, wenn die jeweiligen Bereiche vollständig mit Restauriermörtel ergänzt werden. Diese Arbeit erfordert sowohl den gleichzeitigen Einsatz von bildhauerischem Können als auch der Arbeit des Modelleurs, einer heute ausgestorbenen Handwerkskunst. Beschädigte Substanz wie z. B. eine Figur kann bildhauerisch im Hinblick auf die darauffolgende Modellage ausgearbeitet werden. Größere Teile können mittels Einsetzens von Edelstahlverankerungen oder Armierung ebenfalls hergestellt werden. Der Aufbau der endgültigen Form verläuft dann im Auftragen von geeigneten Mörteln.